[Kurzer Reinwurf] Sie hat es, ich glaube sie hat es …

Was Dr. Higgins zu entzückenden Ausrufen verleitete, als Eliza Doolittle in MyFairLady endlich den Bandwurmsatz (ihr wisst schon, der mit den Rosen und Spaniens Blüten und so) aufsagen konnte, könnte er auch bei mir endlich singen.

Gestern habe ich mich (mal wieder) hingesetzt und über meinen Roman gegrübelt und beim Schwimmen (ja, ich stehe jeden Samstag um 06.20 Uhr, damit ich ungefähr spätestens um 07.30 Uhr im Schwimmbecken bin) ist mir dann der erste Ansatz für mein Plotproblem gekommen.

Am Abend habe ich mich dann hingesetzt und über 1.800 Wörter geschrieben, die sich um den Plot herumdreht.

Und siehe da, ich habe endlich den verdammten (sorry) Knackpunkt gelöst. Ich habe endlich die Geschichte für meinen Roman gefunden.

Das und die Tatsache, dass ich nebenbei täglich mindestens neun bis zehn Stunden mit meinem Brötchenjob zu tun habe (kurzer Hinweis wegen der vielen Zeit, die ich ja angeblich hätte ;o) ), führten dazu, dass ich momentan ein wenig nachlässig mit dem Blog umgehe.

Ich habe noch im Januar einen Buchhaltungskurs, den ich gerne abschließen möchte, sowie die letzte Aufgabe des Grundlagenkurses der Akademie modernes Schreiben (und der neue Kurs, aber den werde ich auf Februar schieben). Daher werde ich mich ein wenig mehr auf den Kurs konzentrieren (ja, der mit der Buchhaltung) und vorerst meine Montags- und Donnerstagsbeiträge ausfallen lassen (ich schaffe es momentan einfach nicht). Dann werde ich mich dem Februar wieder dem Blog widmen und einige Beiträge vorschreiben und sie hier nach und nach veröffentlichen, so dass ich immer einen gewissen Kontigent vorrätig habe und diese dann veröffentlichen kann, so dass ich an neuen Beiträgen arbeiten kann.

Ich hoffe, ihr seht es mir nach.

Und dann gibt es auch wieder Beiträge zu meinem zweiten Romanprojekt.

In dem Sinne, ich wünsche euch noch einen schönen Abend und danke für euer Verständnis :o)

[Schreibaufgabe] Die Dinge beim Namen nennen

Alle Menschen haben (mehr oder weniger) einen Namen. Der besteht aus mindestens einem Vornamen und aus mindestens einem Nachnamen (außer einem Mädchen in Island, die jetzt auf ihren Namen klagt, der von der dortigen Behörde weggenommen soll, weil er nicht auf einer Namensliste für Mädchen von 1853 steht …. öhm).

Und natürlich hat auch deine Figur mindestens einen Vornamen und mindestens einen Nachnamen (von Doppelnamen oder den zehn Vornamen rede ich hier nicht, die sind in erster Linie uninteressant, können aber auch zur Charakterisierung der Figur beitragen).

Jetzt stell dir mal einen Typen vor: er ist Geschäftsmann; ein Milliardär; hat mehrere Feinde, die ihn schlichtweg toter als tot sehen wollen; er muss mit Kunden umgehen und auch mit Geschäftspartnern; er muss auch schon mal Leute entlassen, wenn er rote Zahlen schreibt (oder er davorsteht, mehr Geld verdienen will oder was auch immer).

Und er heißt Milton Swan.

Ganz ehrlich, wenn mir jemand mit einem solchen Charakter von oben kommt und ihn Milton und vor allem Swan nennt, nein, dass passt nicht, dass geht einfach nicht. Vielleicht schafft es Milton in der Realität ein Milliardengeschäft zu führen, aber in der Geschichte muss man den sehr gut verkaufen. Vielleicht als lächelnder Geschäftsführer. Aber nicht als der Chef, den ich da oben beschrieben habe. Klar, dass ich von Tony Stark rede (hüstel).

Würde Milton Swan mit einem Typen wie Loki sprechen (siehe die Avengers – hab den Film, den ich erst einmal hier verlinkt hatte, doch lieber gelöscht, man weiß ja leider nie) und dabei so ruhig bleiben. Ich sehe ihn in der Ecke sitzen und heulen. Wie geschrieben, Milton Swan kann gerne euer Milliardenunternehmen leiten, aber nicht auf die oben genannte Art. Er wird das nämlich anders tun. Leute kicken? Wenn er muss, aber ich sehe ihn eher als ein Typ, der versucht sie zu retten. Und wenn es nicht geht, er wird es nett machen (oder jemand anderen schicken). Geschäftspartner kontern? Nicht unser Milton.

Wenn du also ein Charakter entwirfst, musst du darauf achten, welchen Namen er trägt. Meine männliche Hauptfigur, mit der ich seit ca. zwei Jahren jetzt arbeite, hat in dieser Zeit vier Namen bekommen. Und jetzt erst bin ich zufrieden mit dem. Es war nicht so, dass es komplett neue Namen waren, hierbei handelte es sich um eine Evolution der alten Namen. Das war also völlig in Ordnung.

Daher bedenke, wenn du einen Namen wählst, wähle ihn mit Bedacht.

Ich nenne dir hier einige Personen, mit denen du dann herumspielen kannst. Gib ihnen Namen. Wie könnten sie heißen? Und wenn du magst, kannst du auch noch gucken, wie sie leben, wo sie Leben und was sie so in ihrer Freizeit tun.

Viel Spaß!

  • Eine Hellseherin, die keinen Bezug mehr zur Realität hat.
  • Eine alte Frau, die einen Fimmel für Katzen hat (reale Katzen, wie Katzenfiguren, etc.).
  • Ein Typ, der seine Frau schlägt und seinen Hund besser als sich behandelt.
  • Ein Feuerwehrmann, der in der Freizeit noch Kindern das lesen und schreiben beibringt.
  • Eine Sozialarbeiterin, die nebenbei noch als Schöffin arbeitet.
  • Eine Kleinkriminelle, die zu Hause einen dreijährigen Jungen versorgen muss.
  • Einen Großindustriellen, der kurz davor steht pleite zu gehen (und nein, du darfst ihn weder Milton Swan, noch Tony Stark nennen ^^).
  • Ein Obdachloser, der gerne mit seiner Handpuppe spricht.

Okay, dass sind fiese Sachen. Hier noch einmal die Gruppe in leicht.

  • Eine Hellseherin.
  • Eine alte, einsame Frau.
  • Ein Schläger.
  • Ein Feuerwehrmann.
  • Eine Sozialarbeiterin
  • Eine Kleinkriminelle.
  • Ein Großindustriellen.
  • Ein Obdachloser.

[Schreibaufgabe] The Ordinary World … oder schlichtweg die Ausgangssituation

Bevor der erste Satz geschrieben wird, haben deine Figuren ein Leben gelebt. Innerhalb des Romans oder der Romanreihe erleben wir nur einen Ausschnitt aus ihrem ganzen Leben. Wenn deine Figur achtzig Jahre alt wird (als Beispiel) und wir innerhalb des Romans, der Romanreihe, zehn Jahre begleiten und sie ist zum Beginn der Geschichte dreißig Jahre, dann hat sie schon dreißig Jahre vorher erlebt und wird noch einmal vierzig Jahre erleben, wenn wir die letzte Seite umgeblättert haben.

Die ersten dreißig Jahren der Figur (oder wie alt sie immer auch ist, wenn wir sie das erste Mal in deiner Geschichte kennenlernen dürfen) sind interessant. Denn dort wurde dein Charakter geformt und gebacken (^_^). Alles, was sie in diesem Zeitraum erlebt hat, hat zu ihrer Charakterbildung auf der ersten Seite beigetragen. Daher ist es schön und nicht gerade unwichtig, wenn du diesen Teil der Geschichte kennst.

Nehme dir eine deiner Figuren vor und etwas zum schreiben. Und nun lasse die Figur reden. Lasse dir ihre Lebensgeschichte erzählen. Und zwar in der Ich-Form.

Wo ist deine Figur geboren, wer waren die Eltern und was hat sie so alles erlebt. Schreibe einen Fließtext (keine Auflistung oder Stichpunkte). Überlege dir, wenn die Figur vor dir sitzt und dir ihre Geschichte erzählen möchte, wie sähe dies aus. Schreibe alles auf, was sie dir erzählt. Schreibe ein Text, wie du ihn theoretisch auch in deinem Roman verwenden könntest (nur theoretisch, denn vieles in dem Text wirst du wahrscheinlich nicht in deinen Roman verwenden).

Und achte auf mögliche Konflikte für deine Geschichte. Denn dort kann vieles verwendet werden.

In dem Sinne, schönes Suchen :o)

[Blogplauderei]

Nun denn, da wären wir. Das Jahr 2013 ist da und der erste Tag schon fast herum. Ich hatte ja beschlossen, dass ich ab dem ersten Januar für den kompletten Monat die Seite 750words.com dazu verwende, um die Grundstruktur meines Romanes, also die erste Fassung zu schreiben.

Nun, was soll ich sagen, ich habe heute einen ordentlichen Anfang gemacht.

Überhaupt habe ich mir für das Jahr 2013 einiges, aber nicht unmögliches vorgenommen. Im literarischen Bereich betrifft es die Dinge:

  • Die zweite / dritte Fassung meines Romanes schreiben.
  • Eine lesbisch / schwule Anthologie schreiben (davon träume ich schon seit Jahren)
  • Mich im Schreiben verbessern.
  • Viel Schreiben.

Wie geschrieben, eigentlich machbare Dinge. Das bedeutet für mich auch, dass ich jetzt wirklich jeden Tag schreiben möchte und auch an meinen Charakteren arbeite, an den Szenen werkle und was weiß ich. Ich denke, der eine oder andere Schmankerl wird auch für den Blog abfallen. Aber letztendlich, dass wichtige für mich ist momentan, dass ich meine Geschichte schreibe.

Heute habe ich den Anfang mit dem Prolog gemacht. Ob der letztendlich in die Geschichte schafft, dass werde ich sehen. Aber immerhin habe ich 1.779 Wörter damit geschrieben. Und manchmal kommt es halt auch darauf an, dass man überhaupt etwas schreibt.

2012 in review

Die WordPress.com-Statistik-Elfen fertigten einen Jahresbericht dieses Blogs für das Jahr 2012 an.

Hier ist ein Auszug:

Der neue Boeing 787 Dreamliner kann ungefähr 250 Passagiere befördern. Dieser Blog wurde 2012 über 1.300 mal besucht. Wäre es ein Dreamliner, würde es um die 5 Flüge brauchen, um so viele Personen zu befördern.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

[Schreibkurs] Akademie Modernes Schreiben: Fantaskurs

Ich habe gestern den Fantasykurs abgeschlossen (das bedeutet, dass ich die letzte Aufgabe eingesendet habe, klar, dass ich da noch keine Rückmeldung bekommen habe, das kommt noch). Und wie einmal erwähnt, möchte ich hier nun meine abschließende Bewertung dazu abgeben.

Zuerst sei angemerkt: Ich hatte mich vorher für den Grundlagenkurs angemeldet. Das bedeutet, dass ich teilweise schon Module abgearbeitet habe, die auch Teil des Fantasykurses sind. Somit musste ich nicht alle verlangten Module machen, sondern in meinem Fall waren es nur fünf. Wenn ich mich jetzt zu einem anderen Kurs anmelde (und ich denke, dass ich es heute noch machen werde), fallen noch weitere Module weg, weil ich diese schon gemacht habe.

In meinem Fall habe ich folgende Module gemacht:

  1. Lektion 2 – Der Unterhaltungsroman
  2. Lektion 3 – Fantasy I (Bestimmung des Fantastischen)
  3. Lektion 4 – Fantasy II (Story, Erzähler_In, Figuren)
  4. Lektion 5 – Fantasy  III (Sprache, Ideal …)
  5. Lektion 6 – Fantasy  IV (Der Anfang)

Das waren meine Module, die ich abarbeiten durfte. Zu jedem Modul gibt es immer bestimmte Aufgaben. Einige davon sind sehr allgemein gehalten, andere wiederum fordern die Kreativität heraus. Und manche verlangen, dass man einen kleinen Aufsatz schreibt.

Lektion 2: Der Unterhaltungsroman

Hier gab es vier Aufgaben. Es ging in erster Linie darum, dass man sich dem fantastischen nähert. So musste man erst einmal klären, was für Unterhaltungsliteratur es gibt und diese dann mal praktisch anwenden. Erfinde eine Rahmenhandlung für verschiedene Genres und setze diese dann in die Fantasywelt um.

Ich betrachte gerne die Aufgaben auch für die Bearbeitung des eigenen Romans. Und ich habe hier keine Aufgabe genutzt, um diese für meinen Roman zu verwenden. Das ist natürlich in Ordnung, denn gerade erste Aufgaben sind dafür da, um sich einander zu beschnuppern. Und theoretisch hätte ich die eine Aufgabe verwenden können. Es viel mir aber schwer.

Andererseits habe ich hier gelernt, jede Idee kann man für verschiedenste Genre umändern. Die Geschichte von Romeo und Julia könnte man als Krimi, als Liebesroman (was denn sonst), als Fantasygeschichte oder Science-Fiction Opera verwenden (nein, dass war nicht Teil der Aufgaben). Man muss nur hinter die Geschichte blicken.

Lektion 3 – Fantasy I (Bestimmung des Fantastischen)

Hier hab es fünf Aufgaben. Es ging um den Übergang in eine fantastische Welt. Ob wir nun mit dem Zug in eine magische Schule fahren oder durch eine Schrank in eine andere Welt treten, in vielen Fantasygeschichten gibt es einen solchen Übergang. Eine Aufgabe kann man auch für den eigenen Roman verwenden.

Die anderen hingegen kann man als Grundlage für mögliche neue Geschichten verwenden. Und wenn man es nicht tut, dann kann man doch damit lernen und vor allem, kann man sehen, wie viele Romanautor_Innen dies machen.

Lektion 4 – Fantasy II (Story, Erzähler_In, Figuren)

Hier gibt es wieder vier Aufgaben. Hier geht es auch um den ersten Aufsatz, den man schreiben kann bzw. soll. Es gibt ja einige, die sich vor Aufsätzen ein wenig fürchten. Aber hier braucht man es nicht, weil es dafür letztendlich keine Note gibt. Man soll sich halt mit dem Thema auseinandersetzen und sehen, was man davon hält und was man selbst dazu zu sagen hat.

Aber auch hier gibt es wieder die Möglichkeit sich mit den Figuren auseinanderzusetzen, mit denen man den eigenen Roman zu schreiben.

Lektion 5 – Fantasy  III (Sprache, Ideal …)

Hier gibt es „nur“ drei Aufgaben. Und man darf wieder einen Aufsatz schreiben. Und zudem kann man eine Szene und einige Namen entwerfen, welche man dann für die eigene Geschichte verwenden könnte.

Die Szene kann vermutlich der schwierigste Teil sein, denn es geht hier um alles, wenn man es so dramatisch schreiben möchte. Denn die Szene verlangte ein bestimmtes Bild, womit man arbeiten soll. Und wer die letzten Beiträge verfolgt hat, hat gesehen, dass ich mich aktuell ein wenig schwer damit getan hat. Das es für den Anfang ein Lob gab, tat meiner Seele gut. Aber danach glitt ich ab (das habe ich selbst mitbekommen) und das merkte meine Kursleiterin.

Lektion 6 – Fantasy  IV (Der Anfang)

Und hier gibt es vier Aufgaben. Neben einem weiteren Aufsatz, gibt es Fragen zu beantworten und Figuren zu entwickeln. Hier wurde mit Bildern gearbeitet.

Leider gab es hier von meiner Seite aus zwei Kritikpunkte. Die erste Frage habe ich so gesehen, nicht verstanden. Was wollen sie eigentlich von mir. Das habe ich im Aufgabenfeld der Internetseite auch angemerkt. Trotzdem habe ich dazu eine Antwort verfasst. Mal sehen was sich daraus entwickelt.

Desweiteren arbeite ich immer mit der PDF Datei, die man sich von der Internetseite herunterladen kann. So bin ich nicht gezwungen immer ins Internet zu gehen, um zu lesen, was man von mir will. Bei der letzten Aufgabe gab es, lt. PDF Datei, nur zwei Aufgaben. Die habe ich auch gelöst. Die wollte ich dann hochladen und musste feststellen, dass sich die Aufgabe von den Eingabefeldern unterschieden. Dort gab es drei Felder und am Ende sollte ich eine Kurzgeschichte schreiben. Davon war halt nichts in der Datei zu lesen. Auch das habe ich noch angemerkt.

Ansonsten gab es hier keine Möglichkeit, bei den Aufgaben die eigene Arbeit einzuschmuggeln.

Warum ich immer darauf achte, ob man mit dem eigenen Roman hier arbeiten könnte? Hallo, da sind Lektor_Innen und andere Leute vom Fach. Ich dachte mir immer, wenn die eine Idee gut finden oder schlecht, dann kann ich dem ganzen eher folgen, als wenn sie sagen würde, ne, dass ist noch nicht ausgereift (was bei einem Charakter passiert ist, logisch, sie hatte vor der Lösung der Aufgabe noch nicht einmal einen Namen gehabt). Daher mein Ratschlag, wenn ihr den Kurs macht und an einen Roman arbeitet, warum nicht diesen als Grundlage benutzen, um die Aufgaben zu lösen?

Aber was halte ich nun von dem ganzen Kurs?

So viel, dass ich mir seit gestern überlege, welche Schwerpunktkurse ich jetzt buchen kann ;o)

Nein, Spaß beiseite.

Mir ist bei einem solchen Kurs immer die Korrektur der Aufgaben wichtig. Wenn ich einen Korrektor oder eine Korrektorin habe, die mir die ganze Zeit nur nach meiner Schnauze schreibt (hach ja, dass war ja sooo toll, dass hast du super gemacht, dass war grandios) und man selbst aber schon beim abschicken ahnt, dass war nicht deine beste Leistung, dann würde ich mich fragen, ob die oder der noch alle Tassen im Schrank hat (und auch nicht mehr zurückkehren). Eine ehrliche Meinung ist mir sehr wichtig. Natürlich kommt es darauf an, wie etwas gesagt wird (Schleimscheißerei ist mir genauso zuwider, wie eine Fäkalsprache bei einer ablehnenden Haltung, man kann etwas ablehnen, aber trotzdem dabei respektvoll bleiben).

Und glücklicherweise war es hier der Fall. Meine Bearbeiterin war immer ehrlich, respektvoll aber ehrlich. Wenn sie etwas gut fand, hat sie es geschrieben, wenn nicht, dann hat sie es auch geschrieben und erklärt, warum es ihr nicht gefallen hat. Und auch dieses erklären ist mir wichtig. Mir kann alles nicht gefallen, wenn ich es aber nicht begründen kann, was nützt mir die ablehnende Haltung? Nichts! Denn ich kann nicht daraus lernen. Und hier konnte ich es (auch wenn ich mir vieles denken konnte).

In diesem Kurs habe ich sehr viel gelernt: Über Fantasy, über meinen eigenen Roman und auch über mich selbst. Alles in allem kann ich den Kurs aus meiner Sicht empfehlen, wer sich intensiver mit Fantasy beschäftigen möchte. Es gibt zwar viele Schreibkurse, aber die meisten halten sich eher an die allgemeinen Dinge (siehe dazu meinen noch folgenden Beitrag über deren Grundlagenkurs): Erzählstruktur, Erzählsprache, Diaologe, Beschreibung, Charaktere, etc. In diesem Schwerpunktkurs geht es, wie der Name schon verrät, um einen bestimmten Schwerpunkt. Und das gefällt mir sehr gut. Denn solche Kurse habe ich im Internet noch nicht gefunden und ehrlich gesagt, ich habe sie auch vermisst.

Natürlich können viele nur bestimmte Kurse anbieten, weil sie die Arbeit alleine machen (zum Beispiel Autor_Innen). Hier haben wir es mit einem Zusammenschluss von Autor_Innen und Lektor_Innen und vielen anderen zu tun. Und das macht eindeutig die Stärke des Kurses aus. Wer sich mit Fantasy auskennt, macht den Fantasykurs und man muss sich keine Gedanken machen, dass man die / den Bearbeiter_In überfordert, weil sie / er sich mit dem Thema gar nicht auskennt. Man selbst bekommt aber die beste Antwort, weil man es mit Leuten zu tun hat, die sich mit dem Gebiet auskennt.

In meinen Augen spricht dieses Konzept sehr für die Akademie. Aber keine Sorge, ich werde trotzdem auch noch den anderen Lehrer_Innen treu bleiben, sobald ich etwas flüssig bin. Denn das man die Summe in drei Monatsraten bezahlen (bzw. vom Konto einziehen lassen) kann, spricht auch für die Akademie. Auch der etwas kleinere Geldbeutel kann hier mitmachen.

Also, ich suche mal, welchen Kurs ich als nächstes machen werde :o)

[Schreibaufgabe] Ich hätte da noch eine Frage … Interviews

Wenn man die Figuren ein wenig besser kennt, kann man sich irgendwann auch mal hinsetzen und mit ihnen ein Gespräch führen, ein Interview um genau zu sein. Natürlich kann dies die erste Übung sein, es kann aber auch die Letzte. Je nachdem, wie ihr euch dazu motiviert fühlt.

Ich arbeite viel mit den Hintergründen: Goal, Motivation, Conflict, Hopes, Fears, Dreams … und so weiter. Aber letztendlich schaue ich mit diesen Übungen auf die Figur hinab. Ich schreibe mit diesen Möglichkeiten die Figur in einer dritten Form. Auch wenn ich Kurzgeschichten oder Szenen mit ihr schreibe, so geschieht dies über eine andere Sprachebene.

Wird die Szene oder Kurzgeschichte in der Ich-Form geschrieben, kann dies schon anders aussehen. Aber für diejenigen unter euch, die noch nicht diese Elemente verwenden wollen, können das Interview als Möglichkeit des Kennenlernens verwenden.

Schnapp dir also etwas zu schreiben (handschriftliche Notizen sind genauso gut, wie das schreiben am PC, finde ich dafür aber viel angenehmer), also ein Block und ein Stift, der etwas länger hält. Für dich als Befragerin oder Befrager kannst du immer kurz Ich schreiben und für die zu befragende Person kannst du gerne kurz Sie oder Er schreiben. Gerade dann interessant, wenn du es mit einem längeren Namen zu tun hast.

Fange erst einmal mit etwas allgemeinen an. Wie geht es deiner Figur, was hat sie gemacht, bevor du sie zum Interview geladen hast. Ja, tue so, als wäre sie eine reale Figur, die zu deinem Interview kommen musste, auch das kann eine interessante Antwort hervorlocken. Fand sie es denn nervig zu dir zu kommen oder hat es ihr nichts ausgemacht?

Dann erkundige dich ruhig nach der Familie. Hatte sie ein gutes Verhältnis zu den Eltern, zu den Geschwistern, zu anderen Familienmitgliedern. Auch zu der Ehefrau oder den Ehemann, zu den Kindern kannst du deine Figur befragen (natürlich immer vorausgesetzt, sie hat entsprechende Familienverhältnisses). Und wenn sie ein Waisenkind ist, wie fühlt es sich gerade für sie diese Situation an?

Ist deine Figur eine Heldin oder ein Held, wie ist es so? Sich in Abenteuer zu stürzen, mit Drachen zu kämpfen, fern der Heimat? Hat sie Angst oder ist sie eher gut gelaunt? Und wenn ja, bzw. nein, wieso? Deine Figur, ist der Bösewicht der Geschichte, dann frage sie, warum sie tut was sie tut? Denke daran, der Bösewicht denkt nicht, dass er oder sie etwas böses tut (zumindest nicht zwangsläufig), sondern ist häufig davon überzeugt, dass richtige zu tun.

Hat deine Figur gemordet (in Krimis oder Thrillers), frage sie nach Details zu der Tat, nach ihren Gefühlen und nach den Gründen. Wenn deine Figur die Welt erobern will (zum Beispiel in Fantasy oder Science Fiction), wie will sie das erreichen und warum? Auch dafür wird sie gute Gründe haben.

Frage sie auch nach dem Alltag, was sie sich wünscht und wo vor sie sich fürchtet.

Frage sie einfach nach allem, was DICH interessiert.

Das Interview hat mehrere Vorteile. Du wirst deine Figur näher kennenlernen, denn sie antwortet dir. Okay, natürlich antwortet dein Kopf dir und du schreibst die Antworten letztendlich auf. Aber wenn du deine Figur einigermaßen kennst, dann wird sie dir Antworten geben, die nur deine Figur dir geben kann. Denn jede andere deiner Figuren wird dir eine völlig andere Antwort geben, aufgrund der Tatsache, dass sich hier ein völlig anderer Charakter entwickelt hat.

Jede Figur hat eine eigene Sprache mit der sie redet und mit der sie denkt. Wenn du sie von oben herab beschreibst, schreibst du mit deiner eigenen Sprache. Aber im Interview lernst du sie kennen und hörst (bzw. liest), was die Figur sagt und wie sie etwas sagt, oder auch nicht.

Denn es wird Fragen geben, darauf erhältst du entweder keine Antwort, keine vollständige oder schlichtweg eine Lüge. Du wirst merken, wann es soweit ist, diese Fragen bzw. antworten kannst du dir dann markieren. Denn das ist meistens interessanter, als jede Frage, die von ihr ehrlich beantwortet wurde.

Bei welcher Frage hat dir deine Figur eine Antwort vorenthalten, wo musst du mit einer halben Antwort leben und wo hat sie dich direkt angelogen? Schau dir die Fragen an und du wirst merken, wo der Schuh bei deiner Figur drückt.

Wenn du zum Beispiel deine Figur nach der Kindheit fragst und sie erzählt dir, wie toll es doch war, obwohl es eine lebende Hölle war, wirst du es merken. Warum lügt also die Figur gerade bei dieser Frage und nicht, warum sie mit zehn Jahren einen Lolli gestohlen hat und die Prügelstrafe ordentlich eingesteckt hat?

Da kannst du dann auch bei deiner Charakterrecherche noch einmal nachhacken. Was ist da passiert, worüber die Figur nicht mit dir reden möchte.

Ich habe durch das Interview mit einem meiner Figuren herausgefunden, dass dieser nicht gerne über sich selbst redet. Er meidet dies schlichtweg und sucht nach Themen, worüber man sich im allgemeinen unterhalten kann. Natürlich hackte und hacke ich weiter nach (mit ihm bin ich noch nicht fertig). Mal sehen wohin mich das noch führt.

Und wenn ihr mit dem Einzelinterview fertig seit, könnt ihr es natürlich auch weitertreiben. Bringe deine Figur mit einer anderen Figur zusammen und lasse sie miteinander reden. Fungiere hier als Moderatorin oder als Moderator. Wenn es aus dem Ruder gerät, dann bringe die Figuren wieder zurück zum Thema. Und wenn es nicht weitergeht, dann streue ein Thema ein, worüber sie dann wieder reden können.

Du hast hier die Möglichkeit, deine Figur mit einer bekannten Figur zusammenzubringen (sieh den letzten Link für Beispiele). Da kannst du einfach sehen, wie dein Charakter mit einer völlig unbekannten Situation zurecht kommen muss. Wenn eine Figur aus der Steinzeit oder Mittelalter plötzlich mit einer Figur wie Tony Stark zurechtkommen muss, wie reagiert deine Figur darauf? Oder wenn sie auf jemand anderen trifft? Such dir deine Figuren aus und lasse sie aufeinadertreffen.

Und natürlich, lasse deine Figur mit einer anderen aus deinem Universum zusammenkommen. Wenn dein Held oder deine Heldin niemals den Bösewicht treffen soll (wenn das deine Geschichte so verlangt, ist dies in Ordnung), kannst du sie trotzdem mal beide zu einem Interview laden. Was haben die beiden sich zu sagen. Was könnten sie voneinander lernen, was trennt sie voneinander?

Ganz wichtig kann es auch sein, dass du deine Hauptfiguren auch mal aufeinander treffen lässt. Gerade wenn sie sich nicht riechen können. Wieso können sie es nicht, was würden sie sagen, wenn sie es dürften und so weiter. In dem Interviewraum (du kannst es dir gerne als richtigen Raum vorstellen), dürfen sie alles, außer sich an die Gurgel gehen (das dürfen sie wiederum in deinem Roman ;o) ).

Wie du siehst, deiner Kreativität ist keine Grenze gesetzt. In dem Sinne, tob dich aus … oder frag sie aus? ;o)

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